Reisen

Sylt – ein Genuss | Meer, Austern, Wein und Sekt

Leuchtturm am Ellenbogen auf Sylt
© Sylt Marketing/Dominik Täuber
Sven Bremer
Geschrieben von Sven Bremer

Sylt ist Kult, Sylt ist Genuss – wir waren unterwegs mit den Austern-Fischern, haben den nördlichsten Weinberg probiert und noch Meer gesehen. Hier sind unsere Erlebnisse und Insel-Tipps – wohl bekomm‘s.

Chic heißt – Watt fein

Austernfischer bei der Arbeit

Austernfischer bei der Arbeit – egal bei welchem Wetter auch immer | © Sylt Marketing/Christian Kerber

Der Wind an der Sylter Ostküste pfeift ein wenig romantisches Lied, der Regen gibt prasselnd den Rhythmus dazu. Ein schönes „Schietwetter“, definitiv ein Wetter, um im Bett zu bleiben bei einer schönen Tasse Tee. Christoffer Bohlig und seine Kollegen von Dittmeyer’s Austern-Compagnie haben keine Chance, die Füße hochzulegen.

Sie müssen raus ins Wattenmeer, egal bei welchem Wetter auch immer. Ihre Arbeitszeit wird von keiner Stechuhr bestimmt, kein pedantischer Chef sagte ihnen, wann sie arbeiten müssen – das Bestimmen einzig und allein die Gezeiten an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins.

Bohlig und seine Mitarbeiter haben sich in Schale geworfen für den Besuch bei den Schalentieren auf den Austernbänken vor List auf Sylt. „Watt fein“, nennt der Betriebsleiter der Austern-Compagnie das, wenn er sich in seine Gummi-Wathose gezwängt hat. Darunter noch eine Lage Thermo-Bekleidung. Es wird mal wieder eine verdammt nasskalte Schicht. Der Diesel tuckert zuverlässig, es kann losgehen.

Wohlgemerkt der Diesel eines Treckers. Die Austernfischer dürften die wohl einzigen Fischer sein, die bei Ebbe mit dem Traktor hinaus aufs Meer fahren. Genauer gesagt in die Blidselbucht, zwischen Kampen und List gelegen.

Auch die Bucht gehört zum schleswig-holsteinischen Wattenmeer, 2009 von der UNESCO als Weltnaturerbe geadelt. Damit steht diese einzigartige Landschaf in einer Reihe mit Naturwundern wie den Galapagos-Inseln, dem Grand Canyon oder dem Great Barrier Reef.

Sylter healthy food

Gut einen halben Kilometer müssen die Sylter Austernzüchter bei Niedrigwasser hinaus ins trocken gefallene Watt. Dort kümmern sie sich liebevoll um ihre Babys, die auf den klangvollen Namen „Crassostrea gigas“ hören. Seit 1986 werden vor Sylt wieder Austern kultiviert.

Der Unternehmer Rolf H. Dittmeyer, vielen Älteren eher als Orangensaft produzierender „Onkel Dittmeyer“ aus der Werbung bekannt, hatte damals eine Vision. Gemeinsam mit seinem Sohn Clemens gründete er die erste und bis heute einzige Austernzucht-Station in Deutschland. Mit seinem Saftgeschäft musste der inzwischen verstorbene Dittmeyer Senior 2001 Insolvenz anmelden. Die Austernzucht hingegen ist eine einzige Erfolgsgeschichte. Mehr als eine Million Austern werden jährlich produziert.

Äußerst gesund sind die Austern zudem: Die Meeresdelikatessen besitzen einen hohen Anteil an lebenswichtigen Mineralien wie Magnesium, Jod, Kalzium oder Eisen, dazu eine ganze Menge verschiedener Vitamine, vorzugsweise die Vitamine A, B, D und E. Man sagt, die Austern hätten einen ähnlich hohen Nährstoffgehalt wie die Muttermilch bei Menschen.

Die angebliche Wirkung der Auster als Aphrodisiakum dürfte allerdings eher ins Reich der Fabel gehören, auch wenn der legendäre Frauenheld Casanova überlieferten Berichten zufolge täglich bis zu 50 Austern verspeist haben soll.

Drei Jahre Arbeit – 90 Gramm Genuss

Sylt Austern

Drei Jahre wächst die „Sylter Royal“ bis zu ihrem Verkaufsgewicht von rund 90 Gramm | © StockSnap/pixabay

Das Austernfischen hat eine jahrhundertealte Tradition in der Nordsee, doch nach der gnadenlosen Überfischung hieß es zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Aus für die Auster. Als Familie Dittmeyer in den 1980er Jahren vor Sylt mit der Austernzucht begann, setzte sie von Beginn an auf Zuchtaustern und importierte dafür die pazifische Felsenauster, ein robustes, schnell wachsendes und eben äußerst wohlschmeckendes Exemplar.

Die Jungaustern werden in Speziallabors, so genannten „Hatcheries“, in Irland geboren und dort bis zu einem Gewicht von rund 30 Gramm bis zu einem Jahr lang aufgepäppelt. Erst dann können sie ihre Kinderstube verlassen und unter der Obhut von Dittmeyer’s Austern-Compagnie im Meer reifen.

Zwei Jahre dauert das Prozedere dann noch einmal, bis die „Sylter Royal“ ihr optimales Verkaufsgewicht von rund 80 – 90 Gramm erreicht hat. Was den durchaus gesalzenen Preis für die Delikatesse zumindest einmal ein wenig relativiert.

Man kann auf Sylt übrigens auch recht kostengünstig zu seinen Austern kommen. Denn seit es die Austernbänke gibt, leben im Wattenmeer auch wieder vermehrt wilde Austern. In Deutschland ist es allerdings so geregelt, dass das Sammeln der wilden Austern geregelt wird wie das Fischen.

Das unterliegt dem Fischereigesetzt und besagt für Schleswig-Holstein, dass jeder, der einen Angelschein besitzt, täglich einen Zehn-Liter-Eimer voller Austern sammeln darf. Definitiv anstrengender als sie im Laden zu kaufen, aber dafür erlebt man die Wunderwelt Wattenmeer hautnah.

Austern muss man hören

Die Austernzüchter draußen in der Sylter Blidselbucht müssen die zumeist rund 20 Kilogramm schweren Netzsäcke mit den Austern – im Fachjargon „Poches“ genannt – drehen und wenden, schütteln und rütteln. Das ist ein echter Knochenjob, aber unbedingt notwendig. Seetang und Algen müssen entfernt werden.

Die im wahrsten Sinne des Wortes anhänglichen Austern müssen davon abgehalten werden zusammenzuwachsen. Denn dann wäre die königliche Hoheit so etwas wie eine Königin ohne Krone. Um ihr einzigartiges Aroma zu bekommen, müssen die Tiere bei Hochwasser vom klaren wie salzigen Nordseewasser durchspült werden.

Die Männer an den Stahltischen müssen sich sputen, langsam setzt die Flut ein. Ab nach Hause heißt es, in die Betriebshallen in List. Vier Stunden bleibt den Arbeitern in der Regel, um an den Austernbänken für „klar Schiff“ zu sorgen. Wird es in Richtung Winter noch rauer und kälter an der Nordsee, dann müssen die Leckerbissen in spe ins geheizte Winterlager gebracht werden. Nass mögen die Austern es gerne, Frost jedoch macht ihnen den Garaus.

Die verkaufsfertigen Exemplare aus dem Meer werden zügig an Land gebracht. Dort geht es dann ab in die Waschmaschine, im Schongang werden Schlick und Algenreste entfernt. Ganz vorsichtig, damit die edlen Schalentiere nicht zu Bruch gehen. Das wird nach dem Waschen penibel kontrolliert.

Ein einziges Klickern und Klackern tönt durch die Hallen der Austern-Compagnie. Ein geschultes Ohr ist gefragt. Wenn es hohl klingt, dann ist die Auster bereits tot und wertlos.

Zubeißen und schön langsam im Mund zergehen lassen

Auf Reet gebettet und in kleine Körbe verpackt, macht sich die küchenfertige Auster dann auf die Reise | © Sylt Marketing/Michael Reidinger

Auf Reet gebettet und in kleine Körbe verpackt, macht sich die küchenfertige Auster dann auf die Reise in die Feinkostläden, Nobel-Restaurants und Haushalte. Haltbar sind die Meerestiere laut Austern-Compagnie in geschlossenem Zustand und bei einer Lagertemperatur von deutlich unter 10 Grad Celsius für mehrere Tage.

Dittmeyers Austern-Compagnie verlangt für eine Kiste mit zwölf Sylter-Royal-Austern 21,60 Euro, das Gebinde mit 25 Austern kostet 45 Euro, für ein einfaches Austernmesser muss man im Versand 5,50 Euro zahlen, das Profimodell mit Holzgriff kann man für 24 Euro bestellen.

Serviert wird die Auster inzwischen mit reichlich „an und zu“, bisweilen gratiniert, manchmal sogar gekocht. Die Kenner sind sich jedoch einig: Am besten schlürft man die Auster pur. Denn nur dann schmeckt sie wirklich frisch und einzigartig nach Meer. Und mehr ist nicht nötig, sagen die Puristen.

Und sie liefern gleich noch einen Tipp dazu: Auf keinen Fall sofort runterschlucken die zugegeben etwas glibberige Masse. Sondern durchaus zubeißen und anschließend schön langsam im Mund zergehen lassen.

Wo gibt es auf Sylt die besten Austern?

Sylt Austern

Spitzenköche und Gourmets gleichermaßen rühmen den Geschmack der „Sylter Royal“ als nussig-herb. | © Pexels/pixabay

Im Bistro Austernmeyer zu List kostet eine Sylter Royal 3 Euro, die kleine „Sylter Wilde“ schlägt mit 3,50 Euro zu Buche und für die mindestens 300 Gramm schwere „Sylter Wilde XXL“ verlangt das ganz und gar nicht schickimicki daherkommenden Bistro in List 5 Euro. Pur, versteht sich.

Für eine Vinaigrette oder eine Appel-Ingwer-Sauce muss man noch einmal 1,50 Euro zahlen, für eine Auster mit Speck und Worcestersauce oder auch mit Pernod Butter überbacken ist man mit 3,50 Euro dabei. Aber wie sagte schon der deutsche Dichter und Austernliebhaber Theodor Fontane: „Ein Optimist ist ein Mensch, der ein Dutzend Austern bestellt, in der Hoffnung, sie mit einer Perle, die er darin findet, bezahlen zu können.“ Natürlich gibt es auf Sylt nicht nur in Dittmeyers Bistro Austern.

In den zahlreichen Sterne-Restaurants wird die Delikatesse genauso serviert wie in den Restaurants von Gosch oder in der LA, der Lister Austernperle.

Weitere Infos zu den Austern auf Sylt: https://sylter-royal.de/

Deutschlands nördlichste „Weinberge“ auf Sylt

Weinberg auf Sylt

2.700 Rebstöcke, 54 Grad nördlicher Breite, ca. zehn Meter über Seehöhe | © Balthasar Ress

Das Klischee besagt – und das gilt natürlich auf Deutschlands Nobel-Ferieninsel erst recht – dass man die Austern am besten mit Champagner genießt. Kann man natürlich, muss man aber definitiv nicht. Man kann auch Sylter Sekt dazu trinken. Nördlich von Keitum legte der Rheingau-Winzer Balthasar Ress im Jahre 2009 nämlich Deutschlands nördlichsten „Weinberg“ an. Wobei es genau genommen, sogar zwei Anbaugebiete sind. Das eine wird betrieben vom Weingut Ress, das andere – in unmittelbarer Nähe – von Sylter Weinliebhabern.

Der Weinberg an der Nordseeküste ist freilich kein richtiger Berg, sondern eher eine Weinwiese oder ein Weinacker. 2.700 Rebstöcke stehen hier auf einer 7.000 Quadratmeter großen Fläche, einen Steinwurf vom Wattenmeer entfernt, auf 54 Grad nördlicher Breite, ca. zehn Meter über Seehöhe. Bestückt wurde dieser mit einer Rebsorte, die für das dort vorherrschende Klima bestens eignet: Solaris. Die erste Weinlese fand im Jahr 2013 statt und im darauffolgenden Jahr konnten Kunden zum ersten Mal den Wein aus dieser ungewöhnlichen Lage verkosten. Der SÖL’RING Wein war geboren.

Der „Sölviin“ der Sylter Weinfreunde wächst auf inzwischen rund drei Hektar an noch einmal 1.600 Rebstöcken. In guten Jahren kommen die Sylter Weinfreunde auf mehr als 1.000 Flaschen ihres „Sölviin“ pro Jahrgang. Mit immerhin 1714 Sonnenstunden pro Jahr sei Sylt, so sagen die Winzer, ein durchaus gutes Terroir für die frühreifen Sorten Solaris und Rivaner.

Die Reben stehen nur rund 300 Meter Luftlinie voneinander entfernt, schmecken aber höchst unterschiedlich. Der „Sölviin“ der Sylter Weinfreunde duftet ein wenig nach Birne, Stachelbeere oder Quitte. Der SÖL’RING, um den sich das Weingut Ress kümmert, besitzt eine Note aus Pfirsich, Ananas und Mango.

Neben den Rebstöcken, die sich kontinuierlich weiterentwickeln, ist auch das Team der Rheingau-Winzer Balthasar Ressrund um den Betriebsleiter Oliver Schmid mit den Jahren ein bisschen mitgewachsen. „Es war ein Experiment, das wir vor meiner Zeit im Weingut angestoßen haben und das nicht nur auf Grund der besonderen klimatischen Bedingungen auf Sylt, sondern auch aufgrund der logistischen Herausforderungen und der Distanz zu einem ganz besonderen Projekt geworden ist.“ Mit der Zeit habe man verstanden, dass der Weinberg das volle Potenzial vielleicht nicht mit einem Wein, sondern eher mit einem Schaumwein zeigen könnten, so Schmid.

Im Jahr 2019 entschied man sich dann, diesen Schritt zu gehen und von einem SÖL’RING Wein nun auf einen traditionell hergestellten Schaumwein aus der Rebsorte Solaris umzustellen. Das Ergebnis scheint vielversprechend: „Der Sekt ähnelt in seiner Art einem Sekt aus Sauvignon Blanc Trauben. Facettenreiche Nase, leicht, frisch, spritzig mit einer schönen Perlage“, so Oliver Schmid nach den ersten internen Verkostungen.

Der erste SÖL‘RING Sekt kommt im Herbst 2021 auf den Markt.

Weitere Infos:
Weingut Rees auf Sylt:
https://www.balthasar-ress.de/keitum-auf-sylt

Sylter Weinfreunden: https://klippo.de/sylterwein/

Sylt Tipps: Hörnum

Sylt Tipps Hoernum

Sehenswert ist auch der rot-weiße Leuchtturm, der 1907 erbaut wurde und von 1914 bis 1933 die kleinste Schule Deutschlands beherbergte. | © PHOTOGRAPHY-toporowski/pixabay

Zu Besuch bei Kegelrobbe Willi
Im Jahre 2002 wurde der Hörnumer Hafen ganz im Süden Sylts umfassend renoviert und verschönert. Man weiß nicht, was Willi von der Maßnahme hielt, man weiß nur, dass er bzw. sie sich von den Renovierungsmaßnahmen nicht abhalten ließ, wieder zu kommen. Denn bei Willi handelt es genauer genommen um Wilhelmine, eine weibliche Kegelrobbe, die seit 1991 Stammgast im Hafen zu Hörnum und längst so etwas wie ein Wahrzeichen des Ortes ist.

Touristen können das Tier mit Heringen füttern. Ansonsten legen von dem schmucken, kleinen Hafen ganz im Süden der Insel Ausflugsschiffe nach Amrum, Föhr, zu den Halligen und den Seehundbänken ab.

Möllers Anker
Eintopf mit Rauchwurst oder Hummersuppe mit Scampi? Thorsten Möller verbindet norddeutsche Küche mit mediterranen Einflüssen und nennt das dann „Innovative Küstenküche“.
www.moellers-anker.de

Krabben vom Kutter
Krabbenfischer Dieter Denker bietet seine Krabben fast täglich zwischen 11.00 und 17.00 Uhr im Hörnumer Hafen an.
www.fischvomkutter.de

Schwitzen am Strand
Nach dem Saunagang in ein 1 x 1 Meter großes Tauchbecken zu steigen, macht Sinn, ist aber wenig aufregend. Sich nach dem Saunieren in die Brandung der Nordsee zu stürzen, das prickelnde Salzwasser auf der Haut zu spüren anstatt im Chlorwasser herumzudümpeln, ist ein einzigartiges Erlebnis.
www.strandsauna-sylt.de

Tourismus-Service Hörnum
Rantumer Str. 20
Tel. 04651 96 260
www.hoernum.de

Sylt Tipps: Rantum

Strand in Rantum

Strand in Rantum | © Sylt Marketing/Michael Reidinger

Sylts schmale Taille
In Rantum dauert ein Spaziergang von der Wattseite bis zur offenen Nordsee nur ein paar Minuten. An der mit ca. 550 Metern schmalsten Stelle Sylts geht das Inselleben ansonsten einen ruhigen Gang, nur in der legendären Sansibar ist fast immer was los. Das Ortsbild von Rantum ist geprägt von Reetdach-Villen.

Das fast 400 ha große Gebiet der Rantumer Dünen steht seit 1973 unter Naturschutz und darf nur auf den gekennzeichneten Wegen betreten werden. Das Rantumbecken war einst ein Wasserflugplatz, heute steht es unter Naturschutz und dient Zehntausenden von Vögeln als Brut- und Rastplatz.

Sansibar
Die Sansibar ist Kult, sie ist legendär. Für zweifelsohne hohe Preise wird hier auch eine hohe Qualität geboten. Die Lage ist sowieso unschlagbar. Wer im Hochsommer einen Platz haben möchte, der sollte Weihnachten reservieren – und umgekehrt.www.sansibar.de

Strandsauna Samoa
Seit mehr als 30 Jahren bereits kommt man Achims Strandsauna Samoa ins Schwitzen. 2016 wurde die Sauna komplett renoviert und mit einem neuen, großen Panoramafenster versehen.
www.strandsauna-samoa.de

Tourist-Information Rantum
Strandweg 7
Tel. 04651 99 80
www.rantum.de

Sylt Tipps: Keitum

Friesenhäuser von Keitum

Hübsch anzusehen – die typischen Friesenhäuser von Keitum | © Sylt Marketing/Andreas Hub

Kapitänshäuser in Keitum
Mit seinen alten reetgedeckten Kapitänshäusern, dem üppigen Baumbestand, den hübschen Bauerngärten und der reizvollen Lage am Grünen Kliff ist Keitum eins der schönsten Friesendörfer in ganz Nordfriesland. Von der Mitte des 17. Jh. bis um 1800 lebte Keitum wie die meisten Inseldörfer vom Walfang.

Viele erfolgreiche Kapitäne jener Zeit setzten sich hier zur Ruhe und bauten die typischen Kapitänshäuser, die heute den ganz besonderen Charme des Ortes ausmachen.

Sylter Heimatverein
In Keitum ist der bereits 1905 gegründete Heimatverein Söl’ring Foriining sehr aktiv. Er hat seinen Sitz im Altfriesischen Haus, wo im 19. Jh. der Sylter Chronist Christian Peter Hansen wohnte.
www.soelring-foriining.de

Brot & Bier
Deftig friesisch und delikat belegte Brote, dazu das auf Sylt gebraute WATT-Bier, das ist das namensgebende Konzept der selbst ernannten „Stullenmacher“
www.brot-und-bier.de

Benen-Diken-Hof

Der Benen-Diken-Hof ist bekannt für seine herzliche, ungekünstelte Gastfreundschaft | © Sylt Marketing/Michael Reidinger

Wer wissen und vor allem erleben möchte, wie man ur-friesische Gemütlichkeit und Luxus am besten miteinander verbindet, der sollte im Benen-Diken-Hof zu Keitum buchen. Mit ihrer Hofanlage betreiben die Johannsens eines der ersten Hotels in Keitum. Der Benen-Diken-Hof ist bekannt für seine herzliche, ungekünstelte Gastfreundschaft.
www.benen-diken-hof.de

Sylt Tourismus-Service Keitum
Gurtstig 23
Tel. 04651 9980 / 04651 29 90 397
www.keitum.de

Sylt Tipps: Westerland

Sylt Tipp Westerland

Wenn es stürmisch wird treffen sich am Strand die besten Surfer| © ptra/pixabay

Pulsierende Hauptstadt
Sylts „Hauptstadt“ Westerland mit seinen versammelten Bausünden ist das komplette Gegenteil eines gemütlichen Friesendorfs. Ruhe findet man hier nicht, dafür pulsierendes Leben, Shopping-Adressen en masse und ein umfangreiches gastronomisches Angebot – vom Imbiss bis zum Gourmet-Tempel.

Großartig ist der Hauptstrand, an dem alljährlich die weltbesten Surfer ihre Kunststücke vorführen. Hübsch ist Westerland in den Gassen rund um die St.Niels-Kirche, dort findet man die letzten Reste des alten Orts.

Twisters Sylt
Imbiss-Bude im Surfer-Style. Die Kult-Bude, die lange Zeit in Wenningstedt stand, serviert jetzt in Westerland leckerste Pommes, Krabbenburger, Chicken Satay Burger und die gute alte Currywurst.
www.twisters-sylt.de

Hotel Stadt Hamburg
Der Inbegriff von Luxus auf Sylt. Inhabergeführt in der dritten Generation. Suiten im englischen Landhaus-Style, Restaurant, Limousinen-Service, Wellness und Beautyfarm.
www.hotelstadthamburg.de

Sylter Welle
Wenn das Wetter draußen mal nicht zum Baden einlädt, dann bietet Sylts größtes Schwimmbad ein Sportbecken und eine Saunalandschaft.
www.sylterwelle.de

Teekenner
Ernst Janssen ist ein wandelndes Tee-Lexikon. Seit über 50 Jahren beschäftigt er sich mit der Materie. In seinem Teehaus am Meer kann man nicht nur Tee kaufen, jeden Montag (19.00-21.00 Uhr) findet ein Teeseminar inklusive Teeverkostung statt.
www.teehaus-janssen.de

Sylt Tourismus-Service Westerland
Strandstr. 35
Tel. 04651 99 80
www.westerland.de

Sylt Tipps: Wenningstedt

Sylt Tipps Wenningstedt

Der Denghoog (»Thing-Hügel«) bei Wenningstedt | © falco/pixabay

Hünengräber und Strandbuden
Der Denghoog (»Thing-Hügel«) bei Wenningstedt ist ein so genanntes Ganggrab und gilt als eine der bedeutendsten Grabanlagen in Nordeuropa überhaupt. Er besteht aus riesigen Findlingen, die während der Saale-Eiszeit aus dem skandinavischen Raum hierher transportiert worden waren und um 3000 v. Chr. zu der Grabanlage aufgeschichtet wurden.

Von außen ist der Denghoog als etwa 3 m hoher Hügel zu erkennen. Im Innern verfügt er über eine 15 m² große Kammer, in der man bereits 1868 wertvolle Beigaben gefunden hat.

„Jünnes Düne“
Deutlich neuer als der Denghoog ist das Restaurant „Gosch Am Kliff“. Schon bald nach der Eröffnung wurde der markante Neubau aufgrund seiner besonderen Form nach dem Spitznamen des Eigners Jürgen „Jünne“ Gosch überwiegend „Jünnes Düne“ genannt.
www.gosch.de

Strandbude mit Kultstatus
Ein bisschen Ibiza-Feeling an der Nordsee. „Chillige“ Musik begleitet den Sonnenuntergang. Kultstatus haben sich die Wonnemeyers jedoch mit ihrem ABC aus Austern, Bier und Currywurst gesichert.
www.wonnemeyer.de

Tourist-Service Wenningstedt-Braderup
Strandstraße 25
Tel. 04651 44 70
www.wenningstedt.de

Sylt Tipps: Kampen

Rote Kliff in Kampen

Das Rote Kliff zieht sich bis zu 30 Metern hoch und nahezu viereinhalb Kilometer entlang der Küste | © Sylt Marketing/Michael Reidinger

Das Rote Kliff
Marlene Dietrich war hier, Heinz Rühmann trank mehr als er vertragen konnte und Thomas Mann schrieb sichtlich ergriffen wie bedeutungsschwanger: „An diesem erschütternden Meere habe ich tief gelebt.“ Einst war Kampen das Mekka der Künstler und Literaten, in den wilden 1960er und 1970er-Jahren vergnügte sich an der legendären Whisky-Meile der Jetset. Heute ist Kampen das teuerste Pflaster in ganz Deutschland.

Das Rote Kliff zieht sich bis zu 30 Metern hoch und nahezu viereinhalb Kilometer entlang der Küste und wurde bereits 1979 zusammen mit knapp 180 Hektar Dünenlandschaft unter Naturschutz gestellt. Aus der Dünenlandschaft ragt die Uwe-Düne heraus, mit fast 53 m die höchste Erhebung von Sylt. Von oben wird mit einem wunderbaren Blick über die Insel, bis hin zum deutschen und dänischen Festland und zur Insel Rømø belohnt.

Promi-Treff
Das in die Jahre gekommene Promi-Lokal Gogärtchen wurde umfassend renoviert. Die Klassiker auf der Karte sind geblieben und im Garten kann man nicht nur gehen, sondern auch sitzen.
www.gogaertchen-sylt.de

Vom Flakbunker zum Künstlerlokal
Einst Flakbunker, in dem höchstens hartes Brot serviert wurde. Seit 1950 labyrinthisches Künstlerlokal, in dem es u.a. sehr leckeren Kuchen gibt. Wer draußen sitzt, hat einen schönen Blick aufs Watt.
www.kupferkanne-sylt.de

Tourismus Service Kampen
Hauptstr. 12
Tel. 04651 46 980
www.kampen.de

Sylt Tipps: List

Listland ganz oben auf der Insel

Listland – da ist man ganz weit weg von all dem Schickimicki | © Sylt Marketing/Michael Reidinger

Listland
List auf Sylt ist die nördlichste Gemeinde Deutschlands. Im Ort herrscht reichlich Trubel, vor allem rund um den Hafen und Gosch’s Alte Bootshalle. Ganz oben, da wo Sylt einen Haken schlägt, da wo Schafe Vorfahrt vor Autos haben und wo die Brandung mit Wucht an die Küste donnert – da ist man ganz weit weg von all dem Sylter Schickimicki.

Der sogenannte Ellenbogen zählt eindeutig zu den landschaftlichen Highlights der Insel. Auch das Listland, westlich des Orts steht bereits seit 1923 unter Naturschutz

Erlebniszentrum Naturgewalten
Das interaktive Erlebniszentrum vermittelt u. a. die Ergebnisse neuester Meeresforschung. In den Themenbereichen „Klima, Wetter, Klimaforschung“, „Leben mit Naturgewalten“ und „Kräfte der Nordsee“ kann man z. B. im Sturmraum die Naturkräfte erfahren, in einem Kanal Wind und Wellen erzeugen und Ebbe und Flut simulieren.
www.naturgewalten-sylt.de

Haus Üthorn
Nördlichste Ferienwohnung Deutschlands. Wind, Dünen, ein weiter Himmel und das Rauschen des Meeres. Fernab vom Trubel liegen die Appartements des Hauses Üthorn inmitten der faszinierenden Naturlandschaft des Sylter Ellenbogens.
www.uethoern.de

Kurverwaltung List auf Sylt
Landwehrdeich 1
Tel. 04561 95 200
www.list-sylt.de

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Über diesen Autor

Sven Bremer

Sven Bremer

Sven Bremer, Jahrgang 1963, lebt und arbeitet –kein Pseudonym – in Bremen, wenn er nicht für verschiedene Magazine durch die Weltgeschichte reisen darf. Weil das mit dem Profifußball damals nichts geworden ist, wurde Sven Bremer zunächst Sportredakteur in seiner Heimatstadt, wo er für den "Weser Kurier" hauptsächlich über Werder Bremen berichtet hat. Seit 2003 arbeitet er wieder als Freelancer für verschiedene Tageszeitungen und Magazine, schreibt Geschichten über Fußball, Reisereportagen und Reiseführer für Baedeker, DuMont und den Michael-Müller-Verlag. Für den Verlag "Die Werkstatt" hat er mehrere Fußballbücher geschrieben, für "Delius Klasing" mehrere Bücher über Radsport.