Fliegen

Turkish Airlines| Alles süper?

Peter Pfänder
Geschrieben von Peter Pfänder

Airline-Check: Auf dem Flug nach Tokio haben wir getestet, was Economy und Business Class der preisgekrönten Turkish Airlines in der Praxis bieten.

Mein erster Flug mit Türk Hava Yolları war Mitte der 80er von Erzurum nach Istanbul. Das Qualitätsniveau lag unter dem der Überlandbusse, die Maschinen waren ungefähr so vertrauenserweckend wie die von Jugoslovenski Aerotransport und Aeroflot.

Unterdessen ist Turkish Airlines mit einer Flotte von 300 Maschinen eine der am stärksten expandierenden Airlines – und für Reisende mit genügend Zeit für den Zwischenstopp eine preislich sehr attraktive Option für Flüge nach China und Japan.

Turkish Airlines die erste: Economy nach Istanbul

Hält die Qualität der laut Skytrax „Best Airline in Europe“ (wegen seiner Methodik oft kritisierter, aber eben auch gern zitierter „Luftfahrt-Oskar“) und des „Best Business Class Onboard Catering“ mit der forschen Expansion der Fluggesellschaft Schritt? Das testen wir. Zunächst geht es in der Economy Class nach Istanbul.

Großer Bildschirm, eher knappe Beinfreiheit und ordentliche Verpflegung. Service sehr freundlich, aber mitunter etwas unaufmerksam, etwa bei der Vorbereitung zum Landeanflug. Da bleiben fast 50 Prozent der Sitze nach hinten gestellt, ohne dass sich das Bordpersonal daran stört. Alles in allem unauffällig.

Nach einem nachtfunkelnden Panorama-Anflug über den Bosporus, Galata und das Goldene Horn marschieren wir durch den völlig überfüllten Istanbuler Flughafen, der dringend an seiner Beschilderung arbeiten sollte. Später in der CIP-Lounge treffe ich viele Passagiere wieder, die mit mir ratlos suchend unterwegs waren. Für die Ausschilderung gibt es ein „Sechs, setzen!“

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CIP Lounge in Istanbul: Der erste Blick beim Betreten fällt auf die Bibliothek mit dem Billardtisch

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CIP Lounge: Sie will gefunden werden, aber das Catering ist die Sucherei wert

Turkish Airlines die zweite: Pitstop in Istanbul

Der erste Blick fällt auf die Bibliothek mit dem Billardtisch. Allerorten cooles De­sign, hohe Räume und sehr viele Sitzplätze. Beim Hinflug ist die Lounge dennoch überfüllt, die Luft ist ein wenig stickig und die wenigen WCs sind regelrecht belagert.

Gut gefallen haben uns die frischen türkischen Gerichte und die mit unterschiedlichen Ölfrüchten aus dem ganzen Land bestückte die Olivenbar. Davon ein Schälchen und ein, zwei Gläser vom guten türkischen Roten – und man trägt den Geschmack des Landes mit an Bord. Auch Pâtisserie, der Espresso und die Spirituosenauswahl  sind qualitativ und quantitativ sehr gut. Toll sind auch die vielen Schließfächer und das trotz Massenansturm schnell arbeitende  Internet.

 

TK_Business Class vegetarisch

Das Auge isst mit. Natürlich gibt es auch gute Weine, nicht nur Saft und Selters

 

Turkish Airlines die dritte: Business nach Tokio

Menü- und Weinkarte bieten eine große Auswahl an aromatischen und auf den Punkt zubereiteten Gerichten, beim Rückflug gibt es sogar japanisches Frühstück. Das Essen ist auf alle Fälle sehr gut, aber nicht zwangsläufig das beste über den Wolken. Pfiffige Marketingidee: Immer ist ein Koch aka Flying Chef an Bord, der aber naturgemäß mehr zum Servieren da ist.

Das Platzangebot im A330-200 ist opulent: Zwei Meter sind es bis zum Sitz des Vordermanns, der Bildschirm ist für diese Distanz angemessen groß. Wer schlafen will, bekommt seinen Flat-Bed-Sitz mit weicher Auflage, Decke und Kissen bereitet.

 

TK Business Class Flying Chef

Business Class: Viel Beinfreiheit und große Auswahl an Gerichten nicht nur beim Dessert, das hier der „Flying Chef“ serviert

Die klassische Bestuhlung in den parallel angeordneten Zweierblöcken kostet Privatheit. Aber so kommt man ins Reden. Mein Nachbar, Brite im Pharma-Business, fliegt „im Jahr sieben-, achtmal nach Tokio und Peking. Und nur noch mit den Türken, bei Air France oder KLM würde ich das Doppelte bis Dreifache zahlen“. Wohl wahr: Bei allen kleinen Schwächen – so viel Komfort und Luxus für so wenig Geld bekommt man Richtung Afrika, China und Japan sonst kaum wo.

Kostencheck

Mit Turkish Airlines von München und Frankfurt nach Istanbul Economy ab 130 Euro, nach Japan oder China Economy ab
575 Euro, Business ab 2.200 Euro.

 

Über diesen Autor

Peter Pfänder

Peter Pfänder

Leidet an chronischem Fernweh, seit er 15 ist. Härtester Therapieversuch: eine 10.000-Kilometer-Radtour rund ums Mittelmeer im Alleingang im Jahr 1985. Die „itchy feet“ führten ihn während des Studiums (Politologie und Islamwissenschaften) in Tübingen und Damaskus immer wieder in den Nahen Osten. Lebte viele Monate in Jemen, Syrien und Libanon. Arbeitete als Gabelstaplerfahrer, freier Autor und Redakteur. Der Chefredakteur von „abenteuer und reisen“ liebt fremde Ufer, spannende Großstädte weltweit und exotische Küchen. Entspannt am liebsten beim Schwimmen im See oder Meer, beim Stand-up-Paddling im Sommer wie im Winter, bei Mountainbike-Touren – und in der Sauna.

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