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abenteuer und reisen | Ausgabe 11/2016 | Kleine Leseprobe - Blättern Sie mal rein

L Leise, fast klagende Laute dringen durchs Wasser, während die Mantas näherkommen, uns manch- mal, wie zufällig, mit ihrer riesigen, ausladenden Flosse graziös streifen, bevor sie mit elegantem Schwung ausweichen. Zurück im Boot, sprudelt es aus mir heraus: „Ich habe sie gehört. Wie Babys klang das, unglaublich.“ Guy Stevens tippt sich an die Stirn: „Das sind Luftblasen, die aus deinem Ge- hirn entweichen. Mantas haben keine Stimme.“ Er ist der Manta-Mann. 2.500 der mächtigen Rochen hat er in den letzten zehn Jahren identifiziert, foto- grafiert, katalogisiert. Wissenschaftler durch und durch, Kopf immer unter Wasser, dabei mit beiden FüßenfestaufdemBoden.WennesbeiderTierliebe zu sehr menschelt, wird er streng. Respekt immer, Kitsch niemals! DieHotelgruppeFourSeasonshateinungewöhn- liches Hybridprodukt auf den Reisemarkt gebracht: Der 48 Meter lange Katamaran „Four Seasons Ex- plorer“ hilft normalerweise einem Dutzend Male- diven-Urlaubern, dem Resortkoller zu entfliehen. Wenn diese merken, dass eine Urlaubsinsel mit 200 Meter Durchmesser ihnen die Luft zum Atmen nimmt, geht es auf eine viertägige Fahrt mit viel Ab- wechslung:BesucheaufLocalIslands,denInselnder Einheimischen,exzellentesEssenundTrinken,Pick- Malediven 26 abenteuer und reisen 11 I 2016 nick auf winzigen Sandbänken, nach denen einem die eigene Insel wieder richtig groß vorkommt. Aber einmal im Jahr wird die geräumige Motor- jachtzumExpeditionsschiff.DanngehteinTeamdes Manta Trust, einer in 16 Ländern der Erde agieren- denMeeresschutzorganisation,miteinemTeamvon Wissenschaftlern an Bord, um Mantas zu studieren. „ÜberdieseTiere,dieunterallenFischendasgrößte GehirnhabenundsicherzudenintelligentestenLe- bewesen gehören, wissen wir erschreckend wenig“, sagtAnnieMurray,diealsMeeresbiologininderSta- tion des Manta Trust im „Four Seasons Resort Mal- dives at Landaa Giraavaru“ arbeitet. Während der einwöchigen Feldexpedition auf der „Four Seasons Explorer“ lässt sich das Expertenteam beim For- schen begleiten – von Touristen. Urlauber und Wissenschaftler, wie geht das denn zusammen? „Ein schlagkräftigeres Argument als qualifizierten Tourismus kann es gar nicht geben“, erwidert Guy Stevens. „Besser kann man die Auf- merksamkeit gar nicht auf die Tiere lenken. Außer- dem ist Tourismus im Zusammenhang mit Mantas ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor: Allein auf den Maledivenwerdendadurch8,1MillionenUS-Dollar pro Jahr erwirtschaftet, weltweit sind es sogar 155 Millionen US-Dollar.“ JEDER STÜRZT SICH WILD INS WASSER Wenn wir Glück haben, und meistens haben wir viel Glück,kletternwirdreimalamTaginsDinghi,einen im Bug balancierenden Expeditionsleiter als Galli- onsfigur,bisderganzaufgeregtruft:„Manta!Manta!“ DannspringenalleMannüberBord,vorwärts,rück- wärts, kopfüber, Maske noch nicht richtig vor den Augen, eine Flosse klemmt – bloß keine Zeit ver- lieren, Mantas sind schnell und auch schnell wieder 1 | Käpt’n Sebayang: Brachte auch schon einen Frachter zur Meyer Werft in Papenburg. „Die Ems war ziemlich respekteinflößend!“ 2 | Walhai: Bis zu 14 Meter lang werden diese Planktonfresser 1 2

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