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abenteuer und reisen | Ausgabe 3/2017| Kleine Leseprobe - Blättern Sie mal rein

31 abenteuer und reisen 3 I 2017 te Gourmetmarkt“, hat Chefkoch Virgilio Martínez bereitsamerstenAbendverkündetundversprochen, mirbeimzweitenLima-StoppvorderRückreisesein Gastro-Laborzuzeigen,indemerEssenzen,Wurzeln und Kräuter mit den wildesten Namen für den Ein- satzinexperimentellenGerichtenaufbewahrt.Vorab gibt es ein paar Tipps vom Teilzeit-Pharmazeuten: PeruanischeMinzehelfegegenMoskitos,UñadeGato beiEntzündungen,AchioteimFallvonFieber,Muña gegen Verstopfung und Sangre de Grado im Fall des Gegenteils. Na dann. Über Peru verteilen sich 84 von 103 weltweit do- kumentiertenÖkosystemen,dasLandweist28der32 Klimatypen der Erde auf. Dies erklärt die enge Ver- bindungderMenschenzuNaturundUmwelt,esgibt sie in fast all ihren Facetten. AberesistauchschlichtwegdieArmutvielerBerg- dörfler, die sich keine Tabletten oder nicht mal die Fahrt zur nächsten Apotheke leisten können. Die in- digenen Bewohner von Huacahuasi leben so wie die Ahnen seit Jahrhunderten vor ihnen in schlichten Steinhäusern. Geheizt wird mit Lama-Kot, Bäume für Brennholz gibt es auf über 3.800 Metern nicht. BARFUSS DURCH DIE KÄLTE Auf dem kleinen Markplatz tauscht man Kartoffeln gegenMaiskolben,volleBohnensäckewechselngegen frisch gefärbte Wollknäule die Besitzer. Die Markt- frauensitzenaufPlastikplanenaufdemfeuchtkalten Boden, Kinder in den traditionell bunten Kleidern rennen durch die Matschpfützen, barfuß. Das Leben hierobenistrauundvorallemkalt.Undtrotzdemist das Erste, das wir von jedem Einheimischen bekom- men, immer ein herzliches Lachen. Oder ein quietschiges Kichern. Vor allem, sobald FotografLinkelauftaucht.DenKollegenvorzuschie- ben–mitknappzweiMeterGrößeeinRiesezwischen den kleinen indigenen Peruanern –, das erweist sich alsperfekterEisbrecher.DieälterenHerrschaftenle- genstaunenddieKöpfeindenNackenundvergessen sofortihreschüchterneZurückhaltung,dieJungsge- henehrfürchtigaufdieZehenspitzenunddiejungen Damen, na ja, das Kichern eben. Silvia, Sabrina und Ama, denen wir auf dem Lares-Pass begegnen, stup- sen sich zusätzlich gegenseitig in die Rippen, ihr Be- gleiterJorgelachtundzeigtRichtungHimmel.„Ach, so müssen sich die Inka-Herrscher gefühlt haben“, freut sich der Fotograf. WirwandernaufindenBodengehauenenSpuren. DerTrekdurchsValleSagrado,dasHeiligeTal,isteine AlternativroutezumüberfülltenInka-Trailundkaum weniger atemberaubend: mit mehr als 4.000 Meter hohenPässen,sichlangsamdurchdieBergewinden- denStraßenundeinerimmeraufsNeueberauschen- denSzenerie.WährendindenTälernschmaleFlüsse durchgrüneMoosfelderfließen,versteckensichwei- ter oben mystische Gletscherseen und auf Anhöhen angelegte Inka-Ruinen. Dahinter ragen die spitzen, schneebedeckten Anden hervor. Eine Szenerie wie aus der letzten Game-of-Thrones-Staffel. WirwerdenfreundlichstvoneinerGruppeBauern auf einem Feld zum Snack eingeladen: Tica breitet eingroßesTuchaufdemBodenaus,kleineKartoffeln in allen Farben purzeln heraus. 3.800 verschiedene KartoffelsortengedeihenindiesemLand,weißunser Guide.DazugibteseineSuppeausOkka-Bohnen,Ha- fer,Quinoa,ZwiebelnundMaca.Dieingwerähnliche Wurzel hat (natürlich!) Heilwirkung. „Sie bringt viel EnergieundguteLaune“,sagtClaudio,derBauer,auf Quechua, der uralten Sprache der indigenen Völker. 1 | Herzliches Lachen ernten unsere Reporter immer und überall 2| Caldo de pollo, Hühnersuppe mit Gemüse und Nudeln PERU IM KURZ-CHECK Kuschelig: Während Alpaca-Mützen oder -Socken in Europa ein Vermögen kosten, kann man sich hier günstig eindecken Redselig: Ein kleines Schwätzchen ist immer drin, vor allem in Lima. In der Großstadt sprechen viele Englisch Nur mit der Ruhe: Hetzen lässt sich in diesem Land niemand, Peruaner sind generell herrlich entspannt Abgehoben: Die Höhe kann bereits in Cusco zum Problem mit Kopfschmerzen und Atemnot werden. Wer weiter will auf noch luftigere Pässe, sollte dem Körper genug Zeit zur Anpassung geben Berg der Berge: Klar, Machu Picchu ist das Erlebnis in Peru. Des- halb wollen auch alle hin. Das kann nerven ¿Habla Quechua? Vor allem in den abgelegenen Berg- dörfern verstehen viele Einheimische nur die uralte indigene Sprache 1 2

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