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abenteuer und reisen | Ausgabe 3/2017| Kleine Leseprobe - Blättern Sie mal rein

33 abenteuer und reisen 3 I 2017 ihrerMystikzuFüßen.Hinterderterrassenförmigen Anlage,denguterhaltenenWegenundTempelnhebt sichdermajestätische,gut2.720Meterhohe Huayna Picchu wie ein überdimensionaler Zuckerhut in die letzten Wolkenfetzen. EIN PUMA IN CUSCO ErbautwurdedieStadtum1450vomInka-Herrscher PachacutecYupanqui.DieAnlagemitihrenTerrassen, Speicheranlagen, Wohnhäusern und einem immer nochfunktionierendenKanalsystemsollbiszu1.000 Menschen beherbergt haben. „Es gab Grabstätten und...“,ichmussdenRedeschwallvonAlbertounter- brechen und um eine Solo-Pause bitten. Denn: Die Mystik dieses Ortes genießt man am besten in Ruhe auf einem der kleinen Hänge sitzend, während Wol- kenundSonneeinabwechslungsreichesIncontrola- ble-Spektakel vorführen. „SiehstdudenPuma?“ZurückinCusco,demAus- gangspunkt jeder Machu-Picchu-Reise, kommt Al- bertos Wissen wieder deutlich besser an. Den Puma kann ich allerdings auf den ersten Blick im Dächer- gewirrderüber400.000EinwohnerzählendenStadt nichtfinden.ErstnachvielFingerzeigenerkenneich den „tierischen Umriss“ der Altstadt. Aber vielleicht bildeichmirdasauchnurein.NachdreiTassenKoka- Tee am Morgen und einem beständigen Schwindel- Erlachtschelmischundfügtetwasan,dasRogererst nachzweimaligemNachfragenübersetzenwill:„Gut für die Potenz.“ Tica, Claudios Frau, kichert. „Ayayayay!“, tönt es hinter dem Tresen. Barman Alfredo im Hotel in Urubamba zeigt auf mein Hum- pelbeinunddannaufdiebunteAnsammlungvonFla- schenhinterihm:„Ihavemedicineforyou!“Einpaar schnelle Handgriffe und Shakes später steht er vor mir,derinoffizielleNationalcocktail:PiscoSour.Der Mix aus Pisco, Limettensaft, Sirup, Eiweiß und ein paar Tropfen Orangenbitter ist ganz klar besser als Koka.PiscopurähneltGrappa,wirdaberausreinem, fermentiertem Traubenmost destilliert. „Sechs bis sieben Kilo Trauben braucht man für einen Liter“, sagtAlfredoundfüllteinSchnapsglasmitQuebranta, der dezent nach Aprikose duftet. IM ZUG NACH MACHU PICCHU Der Quebranta, er hätte nicht sein sollen, merke ich amnächstenTag,alsesmirkräftigdenMagendurch- schaukelt. Vom Zungenbrecher-Ort Ollantaytambo geht es mit Inca Rail gen Machu Picchu, zum Heilig- tumdeseinstigenGroßreichs.DerZugausjugoslawi- scher Produktion tuckert mit 90 Sachen durch das malerische Tal, vorbei am Beginn des Inka-Trails, haarscharf entlang von dichten Felswänden weiter bis nach Aguas Calientes. In den eineinhalb Stunden verändert sich die Szenerie vor dem Fenster fast im Minutenrhythmus:vonkargübergrünundwaldigbis zu dichtem Dschungel. Kein Wunder, dass es ständig gewaltigruckelt:DieSpuristnur90Zentimeterbreit. Der Trip zur Ruinenstadt auf 2.430 Meter Höhe will gut geplant sein. Wer trekken will, sollte früh einen Guide buchen, die Genehmigungen sind stark beschränkt. Auch die Zugplätze sind schnell ausge- bucht und die täglichen Besucherzahlen der Stätte sind reguliert. Wer es dann nach dreistündiger Wan- derungoder30-minütigerKurven-Busfahrtnochim Dunkel des Morgens hinaufgeschafft hat, der wird hoffentlichmitdenerstenSonnenstrahlenbelohnt– und nicht wie wir mit Nebel. Wo bitte ist Machu Picchu? Die Wolken hängen tief, die Enttäuschung steigt. Dafür habe ich mich in aller Herrgottsfrüh aus dem gemütlichen Hotelbett gequält? So sehr ich die Augen auch zusammenknei- fe: Vor mir liegt nur eine graue Brühe, die die sakrale Ruinenstadt bis auf den letzten Stein gefressen hat. „Paciencia“, flüstert mein Guide Alberto. Geduld, hatte er mir schon am Vorabend erklärt, sei eine der großenTugendenderPeruaner.„DenndasWetterist, nun ja, incontrolable.“ ErsollteRechtbehalten.Keine30Minutenspäter brechenamSonnentordieerstenStrahlendurchdas Grau.PlötzlichliegtmirdieeinstigeInka-Stadtinall Besten Pisco Sour mixt Ricardo, der Besitzer der „Pisco Bar“ in der Avenida Petit Thouars in Lima „Der Mix aus Pisco, Limetten, Sirup, Eiweiß und Orangenbitter ist ganz klar besser als Koka“ Autorin Manuela Imre zum Pisco Sour

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